37. Internationale Sommergespräche

Zum Thema „Der geforderte Mensch – Zeit, neue Wege zu gehen“ wurden im Rahmen der 37. Internationalen Sommergespräche von 2. bis 5. September für derzeitige Herausforderungen gemeinsame Lösungsansätze diskutiert.

„Unser diesjähriges Jahresthema fordert uns auf, neue Ufer zu erkunden, aktiv die Zukunft mitzugestalten. Doch mit welchen Werkzeugen soll uns das gelingen?“, stellt die Geschäftsführerin der WALDVIERTEL AKADEMIE Simone Brodesser bei der Offiziellen Eröffnung auf Schloss Weitra in den Raum. Der Eröffnungsredner Markus Hengstschläger hat eine klare Antwort darauf: „Mit der Lösungsbegabung. Was den Menschen fordert, ist die Geschwindigkeit, mit welcher die Vergangenheit in die Zukunft kommt. Es gibt permanent unvorhersehbare und vorhersehbare Ereignisse und Probleme, die nur mit einem gewissen Repertoire an Kompetenzen gelöst werden können: Flexibilität, Diversität und Individualität.“

Polarisierende Sinnfindung in Krisenwelten

Ob die neue Normalität eine Herausforderung für den Menschen darstellt und wie sich die Gesellschaft dadurch verändert, wurde am Freitag im Rathaus in Weitra diskutiert. „Unsicherheit erweckt in uns die Sehnsucht nach der guten alten Zeit“, waren sich die Philosophin Lisz Hirn und die Meinungsforscherin Sophie Karmasin unabhängig voneinander einig. Skeptisch zeigte sich Peter Kampits, der seinen Vortrag unter den Titel „Der ver-rückte Mensch.“ stellte: „Das Individuum muss bereit sein, auf Risiken einzugehen“. Während Christoph Pieh am Vormittag über den sprunghaften Anstieg psychischer Symptome sprach, skizzierte Hans Bürger am Nachmittag den Unterschied zwischen Sinn und Glück, womit sich bei den Diskussionen ein großer inhaltlicher Bogen bildete.

37. Internationale Sommergespräche 1

Next Generation Waldviertel – Die Zukunft ist jetzt

„Derzeit befinden wir uns in einer fundamentalen Phase des Umbruchs“, so Zukunftsforscherin Christiane Varga. Sie forderte die Teilnehmer/innen des Panels „Unsere Zukunft liegt im ländlichen Raum“ am Samstagvormittag auf, den Netzwerkgedanken mit einem hohen Anteil an Kollaboration und Innovation sowie modernem Weitblick und lokalem Wissen zu vereinen: „Wir können die Zukunft nur in der Gegenwart gestalten.“. Auch Christian Hanus legte ungenutzte Potenziale des Waldviertels offen. Regionalentwickler Josef Wallenberger eröffnete sein Eingangsstatement mit den Worten „Vergessen Sie alles, was Sie über das Waldviertel glauben zu wissen“, er stellte klar: Das Waldviertel ist keine Abwanderungsregion. „Lassen Sie sich infizieren vom Waldviertel-Virus, werden Sie zum Superspreader“.

Wirtschaftsmatinee bei der Pollmann Austria GmbH in Vitis als krönender Abschluss

Während an den Abenden und am Samstagnachmittag ein themenbezogenes Kulturangebot (Filmvorführung im Kino Gmünd „Ein bisschen bleiben wir noch“, Führung durch das Brauereimuseum und die Weitraer Biermeile, Lesung in der AnnoLIGNUM Holz-Erlebnis-Welt) geboten wurde, stand der letzte Programmpunkt der Sommergespräche 2021 unter dem Titel „New World. New Work. Die Arbeitswelt im Wandel“. Seit fast einem Jahrzehnt findet die Wirtschaftsmatinee in Kooperation mit dem Wirtschaftsforum Waldviertel statt. Am 5. September boten Trendforscher Franz Kühmayer, Arbeitsmarktexpertin Veronika Bohrn Mena und die regionalen Wirtschaftstreibenden Robert Pollmann und Christof Kastner nach einer Führung durch das neue Werk der Firma Pollmann in Vitis einen vielfältigen Diskurs zur Transformation der Arbeitswelt.

37. Internationale Sommergespräche 2

Erfolgsgeschichte wird weitergeschrieben

Seit 37 Jahren beschäftigt sich die WALDVIERTEL AKADEMIE mit den wichtigen Fragen der Region und Zeit.  Auch 2021 wurde das Programm, nach einer adaptierten Form der Sommergespräche im Jahr 2020, sehr gut angenommen, rund 500 Teilnehmerinnen und Teilnehmer konnten vor Ort und online begrüßt werden. „Die Beiträge waren durchwegs geprägt von positiven Einschätzungen zu den derzeitigen Herausforderungen unserer Zeit, nicht Krankjammern stand im Mittelpunkt, sondern Handlungsempfehlungen, wie die gemeinsame Zukunft positiv gestaltet werden kann“, zieht der Vorsitzende der WALDVIERTEL AKADEMIE Thomas Arthaber über die Sommergespräche zufrieden Resümee, „Um neue Wege gehen zu können, ist es aber von großer Wichtigkeit, dass wir alle an einem Strang ziehen, Hengstschläger würde sagen: ‚Wir brauchen kollektive Lösungsbegabung‘.“

ZITATE 2021

„Für die neue Normalität brauchen wir einen Menschen, der bereit ist, auf Risiken einzugehen.“

Philosoph Peter Kampits

„Prüfen Sie, ob Sie richtig handeln könnten, wenn Sie es wollten!“

Philosophin Lisz Hirn

„Die Corona-Krise ist der Anlass für ein neues Lebensgefühl. Sie beschleunigt gesellschaftliche Veränderungen und lässt uns mehr nachdenken, verursacht jedoch auch eine stärkere Polarisierung.“

Meinungsforscherin Sophie Karmasin

„Wir brauchen eine Mischung aus Sanftmut und Entschlossenheit, um diese Krise zu überstehen.“

Sozialwissenschaftler Bernd Marin

„Die Potenziale im Waldviertel sind noch nicht vollkommen ausgeschöpft. Wir sollten nicht rekonstruieren, ohne zu revitalisieren.“

Christian Hanus, Dekan der Fakultät Bildung, Kunst und Architektur der Donau-Universität Krems

„Die Integration der Digitalisierung in die analoge Welt steht definitiv auf unsere Zukunftsagenda.“

Zukunftsforscherin Christiane Varga

„Ist das Waldviertel nicht nur eine Region, sondern vielleicht auch eine Haltung?“

Regionalentwickler Josef Wallenberger

„Unser Vorteil gegenüber Maschinen? Wir sind schöpferisch tätig und soziale Wesen.“

„Sinnstiftung. Orientierung. Arbeit ist wesentlich mehr.“

Trendforscher Franz Kühmayer

„Unsere Belegschaft ist durch die Herausforderungen enger zusammengerückt, die Zusammenarbeit geschieht auf Augenhöhe.“

Robert Pollmann, Geschäftsführender Gesellschafter der Pollmann Austria GmbH

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