Buchpräsentation von Univ. Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk, zum Buch „Grenzen. Ein Versuch über den Menschen“

Rund 40 Personen besuchten am Donnerstag, dem 19. März 2026 das Bürgerspital Drosendorf. Dort stellte im Rahmen einer gelungenen Buchpräsentation Univ. Prof. Dr. Wolfgang Müller-Funk sein aktuelles Werk „Grenzen. Ein Versuch über den Menschen“ vor und diskutierte zentrale Gedanken gemeinsam mit dem Moderator Dr. Reinhard Linke. Im Mittelpunkt des Abends stand ein Thema, das aktueller kaum sein könnte: die Bedeutung von Grenzen – historisch, gesellschaftlich und im persönlichen Leben.

Zu Beginn widmeten sich die Gesprächspartner der Frage, weshalb gerade Grenzen zum Gegenstand des Buches wurden. Müller-Funk betonte die Vielschichtigkeit dieses Begriffs: Grenzen seien nicht nur politische Linien wie etwa jene, die 1989 im Zuge der Umbrüche in Europa neu bewertet wurden, sondern auch unsichtbare Strukturen des Alltags. Besonders interessiert hätten ihn diese oft unbemerkten Grenzen.

Zentral ist dabei seine These: Grenzen sind unverzichtbar für das menschliche Leben. Sie trennen nicht nur, sondern schaffen zugleich Gemeinschaft. Dieses Spannungsverhältnis – Trennung und Verbindung – zieht sich als Leitmotiv durch das gesamte Buch.

Ein besonders eindrücklicher Teil des Gesprächs entstand durch die Schilderungen Müller-Funks über das Leben an der Grenze, etwa im niederösterreichischen Drosendorf an der Grenze zu Tschechien. Er zog dabei einen Vergleich zur Situation im Roman „Die Wand“: Grenzen seien nicht nur dort, wo sie markiert sind, sondern überall dort, wo unterschiedliche Lebenswelten aufeinandertreffen.

Die Buchpräsentation bot nicht nur einen tiefgehenden Einblick in Müller-Funks Werk, sondern regte auch zu einer differenzierten Auseinandersetzung mit einem zentralen Begriff unserer Zeit an. „Grenzen“ erscheinen dabei nicht als bloße Einschränkung, sondern als grundlegende Bedingung menschlicher Existenz – zwischen Trennung und Verbindung, Einschränkung und Freiheit.

Das Publikum erlebte einen intellektuell anregenden Abend, der deutlich machte: Die Frage nach den Grenzen ist letztlich auch immer eine Frage nach dem Menschen selbst.

Im Zentrum der Diskussion stand schließlich die Frage nach dem Verhältnis von Freiheit und Begrenzung. Müller-Funk formulierte eine seiner Kernaussagen prägnant:

„Um Freiheit zu gewährleisten, muss man Freiheit einschränken.“

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